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Samstag, 7. November 2015

leicht beieinander

Gerhard Schielein, Hommage an Malewitsch
(hat zwar nichts mit dem Text zu tun, wird aber trotzdem verwendet)

als ich im oktober 2015, zur zeit der völkerwanderung & des pegida-gesockses von einer lesung aus meinem buch ‚des boxers‘ in den kunstsammlungen chemnitz nach hause fuhr, hatten ich meinen müden kopf gegen das fenster gelehnt, als der zug grade aus einer kleinen station in den neuen bundesländern anfuhr. ich wollte etwas schlafen & hatte meine afghanische mütze über die augen gezogen. da schreckte ich plötzlich auf, als jemand  aufdringlich & hart in der höhe meines kopfes von aussen mit einem gegenstand gegen die scheibe klopfte. ich drehte mich schnell um & sah grade noch einen mund, aus dem es mich aus nächster nähe anspuckte. den mutigen spucker konnte ich nicht mehr sehen, denn er rannte schnell weg & der zug hatte schon geschwindigkeit erreicht. bestürzt sah ich aussen, jetzt aus grösserer distanz, den schleim an der scheibe herunterlaufen: ein gruss von pegida. meine afghanische mütze, die ich seit meines siebenjährigen aufenthaltes in diesem damals herrlichen, von der bundeswehr noch  unberührten land trage, habe ich nicht abgenommen: ein gruss an pegida…


hartmut geerken

1 Kommentar:

  1. jürgen julius irmer7. November 2015 um 22:29

    ...ich kann mir schwer vorstellen, daß die "geistigen" stahlhelmer eine "afghanische mütze" erkennen können, es sei denn, alles an mützen und kopfbedeckungen was nicht halbglatzen sind, würden sie begrifflich verarbeiten können,was unwahrscheinlich ist. sie sind halt weitestgehend wesensmäßig verrotzt nehme ich an, und rotzen deshalb...

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